Presseberichte und -informationen
Was zum Landschaftstreffen 2007 in den Zeitungen zu lesen ist
Am Sonntag laufen die Narren eine neue Strecke
aus der Lindauer Zeitung vom 02.02.2007
LINDAU (knf/lz) - Hoppla-Ho: Das Wochenende in Lindau wird besonders närrisch. Die Lindauer Narrenzunft richtet das Landschaftstreffen der Vereinigung der Schwäbisch-Alemannischen Narrenzünfte (VSAN) aus. Und das bedeutet: 7000 Hästräger und 12 000 Zuschauer werden am Sonntag zum Umzug erwartet. Am Samstag ist Freinacht.
Ganz viel Aufmerksamkeit schenkt Thomas Freilinger derzeit dem Wetterbericht. Und der sagt fürs Wochenende „heiter bis wolkig und trocken“ voraus. „Perfekt“, findet Freilinger, Zunftkanzellar der Lindauer Narrenzunft und einer der Organisatoren des Landschaftstreffens. Perfekter Rahmen für all das, was am Samstag und am Sonntag auf der Lindauer Insel geplant ist. Und das ist einiges.
Los geht’s am Samstag um 15 Uhr. Die Lindauer Hästräger ziehen mit dem Narrenbaum von der Zwanziger Straße zum Rathaus, wo der Baum aufgestellt wird. Mit dem Moschtkopftanz beginnen anschließend die Brauchtumsvorführungen verschiedener Gruppen. Um 18.30 Uhr können Zuschauer am Marktplatz Karbatschenschneller erleben, um 19 Uhr beginnt in der Stephanskirche eine ökumenische Andacht.
Insel ist am Sonntag gesperrt
Dann startet die Freinacht: 24 Kneipen, Bars, Cafés und Restaurants auf der Insel, die im Programmblatt der Narrenzunft verzeichnet sind, beteiligen sich und haben die Möglichkeit, durchgehend zu öffnen. Nur in der Stunde zwischen 5 und 6 Uhr morgens muss zu sein. Auf dem Inselhallenparkplatz lädt eine Zeltstadt ein: Im großen Zelt der Narrenzunft, wo es rund um die Uhr Getränke und Essen gibt, spielt bis 1 Uhr die Live-Band „Cuco“. In kleineren Zelten laden Vereine ein. Der EVL feiert zum Beispiel „köll’schen Karneval“, bei „Wir in Aeschach“ gibt es Weißwürste. Außerdem bieten Buden Würste, Crèpes und anderes an. Damit Besucher auch ohne eigenes Auto mobil sind, fährt am Samstag der letzte Stadtbus um 2 Uhr von der Insel ab.
Am Sonntag empfehlen die Lin- dauer Narren den Besuchern, auf dem Festland – möglichst schon im Bereich P1/Blauwiese, Lindaupark, an den Schulen oder noch weiter außerhalb zu parken. Umzugsbeginn ist bereits um 13.30 Uhr. Der Umzug beginnt beim Narrenhäusle am Toskanapark und zieht über Seebrücke, Chelles-Allee, Heidenmauer, Fischergasse, Linggstraße, Stiftsplatz, Marktplatz, Cramergasse, Maximilianstraße, Zeppelinstraße, Zwanzigerstraße und endet am Zeltdorf auf dem Inselhallenparkplatz. Moderiert wird an der Heidenmauer, am Marktplatz und am Rathaus. Rund 40 Zünfte mit verschiedenen Maskengruppen und rund 40 Musikgruppen machen mit.
Wegen des Umzugs ist die Insel am Sonntag von 11 bis 18 Uhr für Fahrzeuge gesperrt. Der Zubringer zum Bahnhof soll gewährleistet sein, stressfreier wäre es für Zugfahrer wahrscheinlich, an den Bahnhöfen Wasserburg oder Enzisweiler einzusteigen.
Gäste sollen Abzeichen kaufen
Auch Kamerateams vom bayerischen Fernsehen werden in Lindau filmen. Zu sehen sind die Aufnahmen vom Landschaftstreffen am Donnerstag, 8. Februar, von 21.20 bis 21.45 Uhr auf Bayern 3.
Weil hinter der Organisation ein großer – auch finanzieller – Aufwand steckt, bittet die Narrenzunft Lindau um Unterstützung. Das Umzugsabzeichen für drei Euro, auf dem alle Gruppen der Zunft vertreten sind, aber auch Spenden auf das Konto 11 11 4 bei der Sparkasse Lindau helfen dabei.
Siehe auch Bericht auf „Wir im Süden“
Der Moschtkopf lädt ein: Diesen Weg nehmen die Narren am Sonntag für den großen Umzug. LZ-Grafik
Weitere Informationen rund ums Landschaftstreffen gibt es im Internet unter der Adresse www.landschaftstreffen-2007.de.
EINE FRAGE AN…
aus der Lindauer Zeitung vom 02.02.2007
Thomas Freilinger von der Narrenzunft Lindau, der das große Landschaftstreffen am Wochenende mitorganisiert hat
LZ: Sie selbst sind in der Fasnacht als Moschtkopf unterwegs. Wie sieht aus Sicht eines Hästrägers der ideale Zuschauer beim Umzug aus?
Thomas Freilinger: Der ideale Zuschauer ist verkleidet, warm eingepackt und hat natürlich ein Umzugsabzeichen gekauft. Am besten er ist mit einer Gruppe unterwegs, da hat man immer am meisten Spaß. Das merkt man als Hästräger: Wenn man auf eine Gruppe zugeht, wo man sieht, die sind zusammen zum Umzug gekommen, dann haben die immer mehr Spaß. Außerdem sollten die Zuschauer natürlich die Rufe der verschiedenen Fasnachtsgruppen können – oder sie aus dem Programmheft ablesen, soweit sie den Dialekt lesen können... (knf)
Arbeiten statt feiern: Viele sorgen dafür, dass das Fest fröhlich bleibt
aus der Lindauer Zeitung vom 02.02.2007
Während die einen feiern, haben andere Dienst: Polizei, Feuerwehr, Rotes Kreuz und technisches Hilfswerk sorgen beim Landschaftstreffen dafür, dass Verletzte verarztet, Vermisste gefunden und Staus vermieden werden. Nicht immer eine leichte Aufgabe.
Am Thema Alkohol werden sie nicht vorbeikommen: 60 Sanitäter sind am Wochenende auf der Lindauer Insel im Einsatz, berichtet Frank Grundkötter, Rettungsdienstleiter beim Kreisverband des Roten Kreuzes. Die meisten ihrer Einsätze werden erfahrungsgemäß mit dem tiefen Blick ins Glas zu tun haben. An zweiter Stelle stehen Stürze oder kleinere Verletzungen, zum Beispiel, wenn sich jemand an Scherben schneidet. „Größere Verletzungen gibt es manchmal bei Schlägereien, aber wir hoffen, dass es dazu gar nicht erst kommt“, sagt Grundkötter.
Feuerwehr ist überall bereit
Beim Landschaftstreffen sind außer den 60 Helfern ein zusätzlicher Rettungswagen und ein zusätzlicher Krankenwagen vor Ort. Dazu kommen zwei Bereitschaftsfahrzeuge, jeweils mit Besatzung. Einen zentralen Sanitätsraum wird das Rote Kreuz im Raum „Allgäu“ der Inselhalle einrichten. Dorthin kann sich jeder wenden, der ärztliche Hilfe braucht.
Auch die Feuerwehr hat einen Dienstplan für das Narrenwochenende erstellt: In der Freinacht sind neun Mann in der Hauptwache auf der Insel einsatzbereit. Während des Umzugs am Sonntag haben neun Feuerwehrler in der Wache Ost Dienst und wahrscheinlich sechs Kollegen in der Hauptwache. Weil der Umzug auch über die Seebrücke führt, wäre dort im Ernstfall ein langsameres Durchkommen als sonst, erklärt Kommandant Robert Kainz. Deshalb muss sowohl auf der Insel als auch auf dem Festland ein Team einsatzbereit sein. Die Wehrmänner kümmern sich nicht nur um eventuelle Brände, sondern auch um Unfälle, die bei der An- oder Abfahrt der Narren passieren könnten. „Beim letzten großen Umzug wurde beispielsweise ein Kind vermisst, das wir dann gesucht haben, einmal ist auch jemand ins Hafenbecken gefallen“, so Kainz.
Narren haben das Hausrecht
Präsent werden auch Polizeibeamte sein, die sich unters närrische Volk mischen. Und die müssen zuweilen „ein sehr dickes Fell haben“, wie Alexander Pfaff, stellvertretender Chef der Lindauer Polizei, sagt: Vor allem unter Alkoholeinfluss lockere sich oft die Zunge, und dann müssen sich Beamte manchmal sehr unschöne Dinge anhören. Auch auf den Verkehr hat die Polizei natürlich ein Auge. Dabei stehen ihr tatkräftig Helfer des Technischen Hilfswerks bei. Pfaffs Tipp: Da der Parkplatz auf der Hinteren Insel beim Umzug am Sonntag zwar offen ist, die Insel aber zwischen 11 und 18 Uhr für Fahrzeuge gesperrt ist, sollten Besucher das Auto möglichst außerhalb stehen lassen. Auf dem Parkplatz Blauwiese, beim Valentin-Heider-Gymnasium, bei der Berufsschule und beim Lindaupark gäbe es Parkplätze – allerdings keine Pendelbusse. Außerdem weist Pfaff darauf hin, dass die Narrenzunft Lindau in der Freinacht in der Zeltstadt auf dem Inselhallenparkplatz das Hausrecht hat. Das heißt: Sie entscheidet, wer rein darf und wer nicht. Und diese Entscheidung gilt. (knf)
Lindauer freuen sich narrisch auf viele Gäste
aus der Schwäbischen Zeitung von 02.02.2007
LINDAU - Da haben die Lindauer Narren ganz schön gestaunt, als vergangenes Jahr die Deutsche Bahn anrief. „Die wollte wissen, wie viele Besucher kommen und woher die anreisen“, erzählt Zunftkanzellar Thomas Freilinger. Nun rollen am kommenden Wochenende einige Sonderzüge auf die Insel: Lindau erwartet 7000 Hästräger und 12 000 Zuschauer zum Landschaftstreffen.
Von unserer Redakteurin Katrin Neef
Thomas Freilinger empfiehlt am Sonntag ein Mittagessen auf der Lindauer Insel. Warum? Weil ab 13.30 Uhr 7000 Hästräger durch die Altstadt toben. Wohl dem, der dann das Auto schon geparkt, den Hunger gestillt und sich ein Plätzchen mit Aussicht gesichert hat. Die Narrenzunft Lindau lädt zum Landschaftstreffen – das Freilinger und Vereinskollegen seit zwei Jahren vorbereiten.
Wenn die Bahn Sonderzüge einsetzt, passiert das nicht ohne Grund: Am Samstag ist Freinacht, am Sonntag großer Narrensprung. Das Wochenende soll zur Großveranstaltung werden, wie sie die Inselstadt nicht oft erlebt. Dass dieser Anspruch der Narren nicht ganz aus der Luft gegriffen ist, zeigen allein die rund 500 Mitglieder befreundeter Zünfte, die in Turnhallen übernachten werden. „Mit Dusche und Frühstück“, betont Mitorganisator Thomas Freilinger. Andere Teilnehmer steigen in Hotels ab oder sind privat untergebracht.
Startschuss ist am Samstag um 15.30 Uhr mit dem Narrenbaumstellen vor dem Alten Rathaus. Danach stehen Brauchtumsveranstaltungen auf dem Programm. Wer gute Kondition hat, muss in der Nacht auf Sonntag nicht ins Bett gehen: Viele Kneipen auf der Insel beteiligen sich an der Freinacht, auf dem Parkplatz der Inselhalle laden verschiedene Vereine in ihre Zelte ein. Höhepunkt des Landschaftstreffens ist am Sonntag ab 13.30 Uhr der große Narrensprung, der sich über die Insel zieht.
„Feiern ein tolerantes Fest“
Thomas Freilinger ist in der fünften Jahreszeit ein „Moschtkopf“, eine der vier Masken der Lindauer Narrenzunft. Er ist in der Zunft, seit er denken kann und hat schon im Kinderwagen an Umzügen teilgenommen. Was bedeutet Fasnacht für ihn? „Eine Mischung aus Tradition und Spaß haben. Wir haben zum Beispiel Brauchtums-tänze, die ganz streng nach jahrzehntealten Choreographien ablaufen. Auf der anderen Seite gibt es in den Zelten auch Kölner Karneval. Man muss offen sein.“ Offenheit ist für ihn auch eine wichtige Voraussetzung für ein Narrentreffen: „Wir wollen unsere regionale Identität bewahren, feiern aber mit den anderen ein buntes, tolerantes Fest. Jede Gruppe bringt ihre Tradition mit, und genau das macht ein solches Treffen aus. Wenn 7000 Moschtköpfe über die Insel laufen würden – das wäre langweilig.“ So sind rund 40 Zünfte mit verschiedenen Maskengruppen und rund 40 Musikgruppen dabei.
Eine gewisse Erfahrung haben die Lindauer Narren mit Großveranstaltungen schon: Bereits 1999 haben sie ein Landschaftstreffen gestemmt. „Damals lief alles glatt.“ Trotzdem haben sie vor zwei Jahren mit den ersten Vorbereitungen angefangen: Verkehr, Sponsoren, Kontrollen – und wer ist verantwortlich, falls was passiert? Die Narrenzunft hat ihre Vereinshaftpflichtversicherung jedenfalls erweitert. Und natürlich hat sie Beistand: Polizei, Feuerwehr, Rotes Kreuz und Technisches Hilfswerk haben rund um die Uhr Dienste auf der Insel eingerichtet. Besonderes Augenmerk wird man auf den Jugendschutz legen – ohne die jüngeren Besucher auszuladen: Das Jugendzentrum „X-tra“ hat am Wochenende ebenfalls geöffnet.
Nun hofft die Zunft, dass alle Besucher ein Umzugsabzeichen kaufen. Das kostet drei Euro und soll das Geld wieder in die Vereinskasse spülen, das die Vorbereitungen gekostet haben. Würde der Verein ein Minus machen, müssten die Mitglieder mehr Beitrag zahlen. „Und das wäre schade, weil wir im Endeffekt ja was für die ganze Stadt machen“, sagt Thomas Freilinger.
Narrisch sein, bis sich das Rathaus dreht: Am Wochenende werden Tausende Hästräger zum Landschaftstreffen in Lindau strömen.
Sonderseite: Auf zum großen Sprung
Aus der Lindauer Zeitung vom 11.11.2006
Landschaftstreffen und Fasnachtsball: Die Narrenzunft Lindau erwartet zum Landschaftstreffen 7000 Hästräger und zum Ball viele Piraten
Den Lindauer Narren steht Großes bevor: Sie sind Gastgeber für das Landschaftstreffen Oberschwaben/Allgäu – acht Jahre nach dem großen Erfolg von 1999, als die Lindauer mit ihren närrischen Gästen ein Mega-Fest gefeiert haben, an das sich heute noch viele gerne erinnern.
Schon jetzt können sich die Lindauer und ihre Gäste auf eine Neuauflage freuen: Am Samstag und Sonntag, 3. und 4. Februar 2007, ist wieder Landschaftstreffen in der Inselstadt – mit Narrennacht und einem großen Narrensprung, zu dem mehr als 7000 Hästräger erwartet werden. Landschaftstreffen heißt dieses Ereignis deshalb, weil die Vereinigung der Schwäbisch-Alemannischen Narrenzünfte (VSAN) in mehrere Landschaften unterteilt– eine davon ist eben die Landschaft Oberschwaben/Allgäu, zu der auch die Narrenzunft Lindau gehört. Sie bereitet sich schon seit dem Frühjahr auf diese Großveranstaltung vor, die ein Höhepunkt werden soll, wie es ihn nicht oft in der Inselstadt gibt.
Den Auftakt des Narrentreffen macht am Samstag, 3. Februar, um 15.30 Uhr das Narrenbaumsetzen vor dem Alten Rathaus. Auf diesem historischen Platz tanzen alljährlich die Lindauer Moschtköpf nach dem Narrenbaumstellen ihren Moschtkopftanz. Auf weitere Brauchtumsvorführungen inmitten der Lindauer Altstadtkulisse folgen Narrenmesse und die Narrennacht. Denn von Samstag bis Sonntag wird auf der ganzen Insel gefeiert. So haben sich viele Vereine gemeldet, die in Zelten den Parkplatz bei der Inselhalle mitbewirten, etliche Inselwirte haben ebenfalls zugesagt. Sicherheitshelfer, Verkehrsplaner und Werbeteams sind auf den Ansturm der Narren vorbereitet.
Der Höhepunkt des Landschaftstreffen ist am Sonntag, 4. Februar, ab 13.30 Uhr der große Narrensprung, der beim direkt vor der Insel gelegenen Toskanapark beginnt, sich über die Insel zieht und an der Inselhalle endet. Schirmherr des Landschaftstreffens ist übrigens Prinz Luitpold von Bayern. (rue)
Piraten erobern die Inselstadt
Zu den Höhepunkten im Lindauer Narrenjahr gehört auch der Fasnachtsball, den die Narrenzunft für die vergangene Saison völlig neu konzipiert hat. Nun feiern die Narren zum zweiten Mal im Einkaufszentrum Lindaupark. Es gibt Show und Tanz auf zwei Etagen, fünf Cafés und Restaurants, vier Bars, zwei DJs und eine Band: "Life Style". Das Motto des Balls lautet "Pirateninsel". (rue)
Vier Masken für Vielfalt
Narrenzunft Lindau Moschtköpfe, Binsengeister, Kornköffler und Pflasterbuzen sind die vier Maskengruppen
Vier Maskengruppen gehören zur erst rund 40 Jahre jungen Narrenzunft Lindau: die Moschtköpf mit 76 Mitgliedern, die Binsengeister mit 109, die Pflasterbuzen mit 78 und die Kornköfler mit 51 Mitgliedern. Hinzu kommen der Fanfarenzug mit 30 Musikanten, 22 Laufnarren, der Büttel, die Narreneltern und die Zunftregierung. Einschließlich ihrer passiven Mitglieder vereint die Narrenzunft Lindau derzeit 638 Mitglieder.
Der Moschtkopf war die erste Maskengruppe in Lindau. Die Lindenholzmaske in Form eines Apfels oder einer Birne ist die einzige Vollholzmaske in der Fasnacht überhaupt – und machte es der Narrenzunft Lindau erstmal schwer, überhaupt aufgenommen zu werden in die Vereinigung der Schwäbisch-Alemannischen Narrenzünfte (VSAN). Heute ist man stolz auf diese Besonderheit. Das einfache Gewand sowie der rote und grüne Strumpf, den die Narren tragen, zeigen, wie arm die Bauern hier waren, nachdem eine Rebkrankheit den Weinbau unmöglich gemacht hatte und man auf Obstbau und Mostherstellung umstellen musste. „Dia Moschtköpf do dunda vom See“ sagen Allgäuer oft über die Lindauer – und kommen doch gern zu ihnen.
Die Binsengeister kamen wenige Jahre später dazu. Die Haubenmaske mit Binsen auf dem Kopf, die individuell gestaltete Libelle und die zarten, geisterhaften Glöckchen am Häs spiegeln die zauberhafte und mystische Stimmung im Schilfgürtel am Ufer des Festlands, das heute Vogelschutzgebiet ist. Die Binsengeister haben ein großes Netz dabei, unter das sie meist junge Mädle stecken, die eine Weile in gebückter Haltung mitlaufen müssen, bis sie wieder entlassen wurden.
Die Kornköffler sind Lindaus Weißnarren und tragen handbestickte Gewänder. Sie lächeln die Umzugsbesucher lieb an und stecken ihnen ganz nebenbei eine Hand voll Korn in den Kragen. Diese Maskengruppe erinnert daran, dass einst auf der ganzen Insel viel Handel getrieben wurde, was heute noch an Straßennamen wie Zitronengässele, Salzgasse und Schrannenplatz erkennbar ist. Gerade Letzterer zeigt, dass der Kornhandel von großer Bedeutung war.
Die Pflasterbuzen kamen als vierte Maskengruppe hinzu. Eine dämonische Sagengestalt trieb wohl im Mittelalter ihr Unwesen und verbreitete Angst auf der Insel. Auf dem (nicht echten) Pflasterstein, den die Hästräger um den Hals hängen haben, steht unten das jeweilige Eintrittsdatum in die Gruppe. Die wilden Masken mit echtem, dunklem Fell, rotschwarzem Gewand und furchterregenden Stoßzähnen ergänzen das bunte Bild der Lindauer Fasnacht. (lz)
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Räte genehmigen Narrentreff
Aus der Lindauer Zeitung von 05. Juli 2006
Der Hauptausschuss hat dem Landschaftstreffen der Narren zugestimmt, das am 03. und 04. Februar 2007 in Lindau stattfinden wird. Wie berichtet, erwartet die Narrenzunft Lindau dazu rund 6.000 Maskenträger und bis zu 15.000 Besucher. Die dürfen sich am Samstag auf Brauchtumsvorführungen verschiedener Zünfte freuen, zudem haben die Räte einer Narrennacht zugestimmt, bei der die Kneipen auf der Insel keine Sperrstunde einhalten müssen und die Gäste zudem in einer Zeltstadt auf dem Inselhallenparkplatz verköstet werden. Zu später Stunde soll die Musik in den Zelten gedämpft werden. Höhepunkt ist der große Narrensprung mit anschließendem Narrentreiben auf der Insel am Sonntag. Die Räte stimmten zu, dass dafür am Sonntagnachmittag die Seebrücke gesperrt wird. Stadtbus und Autos müssen vor der Brücke halten. Für Leistungen des Bauhofes, Parkgebührenausfall, Genehmigungen und andere Leistungen der Stadt wird die Narrenzunft mindestens 5.000 EUR an die Stadt überweisen.
Fasnacht und Landschaftstreffen 2007 in Lindau
Presseinformation der Narrenzunft Lindau vom 18.05.2006
Was ist ein Landschaftstreffen, woher kommt diese Bezeichnung?
Die Narrenzunft Lindau / Bodensee e.V. ist Mitglied in der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte – kurz VSAN. Die VSAN ist die älteste und größte Vereinigung in Südwestdeutschland und ist aufgeteilt in Landschaften, wie z.B. Donau, Hochrhein, ... Die Narrenzünfte aus Wangen, Tettnang, Kisslegg, Altdorf-Weingarten, Baienfurt, Bad Waldsee, Bad Saulgau, Aulendorf und Lindau gehören zur Landschaft Oberschwaben/Allgäu.
In jedem Jahr darf nur 1 Zunft in unserer Landschaft ein Landschaftstreffen veranstalten. Alle anderen besuchen dann diese Veranstaltung und natürlich kommen aus anderen Landschaften noch viele Zünfte der VSAN dazu.
Außerdem laden wir natürlich ein paar Zünfte ein, die nicht in der VSAN sind, da wir als Narren natürlich offen sind für Freundschaft und Frohsinn auch über Grenzen hinweg.
Wieso gibt es das nicht öfter in Lindau?
Wir sind mittlerweile 9 Zünfte in unserer Landschaft und hatten zuletzt 1999 ein Landschaftstreffen. Eine Veranstaltung dieser Größenordnung erfordert nicht nur viel Arbeit und Organisation, sondern soll etwas besonderes sein, damit auch wirklich viele Besucher kommen. In den nächsten Jahren sind dann die anderen Mitglieder unserer Landschaft dran. Mit dem Auto kann man in 15 Minuten bis 1 Stunde alle erreichen und so auch die nächsten Jahre Landschaftstreffen erleben. Jedes ist anders, jedes auf seine Art schön!
Schirmherren wie Prinz Luitpold oder Narren-Prominenz wie Jürgen Hohl kommen natürlich auch nicht jedes Jahr zu uns. Wie gesagt, ein Landschaftstreffen ist etwas besonderes und das darf auch so bleiben.
Gibt es denn eine Freinacht?
Nein, es gibt eine Narrennacht. Unser Programm beginnt am Samstag Nachmittag und endet am Sonntag Abend. Zu unserer Narrennacht gehört aber mehr als Bar-Zelte – die es natürlich auch gibt. Zunächst gibt es auf der Insel viele Brauchtumsvorführungen. Da tanzen Hexen und Hansele und man erfährt so manches zu den Hintergründen.
Außerdem gibt es auch eine Messe in der Kirche, die von Narren mitgestaltet wird und zu der alle Narren und Besucher herzlich eingeladen sind. Fasnacht und Kirche gehören ja auch irgendwie zusammen. Ohne Fastenzeit, keine „Zeit vor der Fastenzeit“ und nichts anderes bedeutet das alte Wort „Fastnacht“. Natürlich werden auch wieder viele Schalmeien, Lumpenkapellen, Guggenmusiken und Fanfarenzüge von Wirtshaus zu Wirtshaus ziehen und viele Wirte haben uns schon gesagt: Wir machen wieder mit! Das war 1999 so toll!
Also noch eine „Isle of Music“?
Vielleicht war die Narrennacht 1999 die erste „Isle of Music“. – Aber es gibt da schon einige Unterschiede. Die Idee bei der „Isle of Music“ ist ja, dass man einmal Eintritt bezahlt und dann viele verschiedene Live-Bands hört und viele Wirte verändern ja auch einiges speziell für diesen Abend.
In der Narrennacht sorgen für „Live-Musik“ die Schalmeien, Lumpenkapellen, Guggenmusiken und Fanfarenzüge. Die Gastronomie hat die Möglichkeit sich ein zusätzliches Publikum zu erschließen, ohne selbst für Programm zu sorgen. Die Hästräger kommen aus Vorarlberg, der Schweiz und ganz Baden-Württemberg. Von 1999 wissen wir dass viele in den wärmeren Tagen wieder kamen, weil sie Lindau durch unser Landschaftstreffen positiv kennen gelernt hatten. In der Narrennacht gibt es zusätzlich zur vorhandenen Gastronomie Zelte, die von Lindauer Vereinen bewirtet werden am Inselhalle-Parkplatz und natürlich die fasnachts-typischen Verpflegungsstände auf den Plätzen und Straßen. Der Eintritt in Form unseres Umzugsabzeichens ist natürlich auch wesentlich geringer.
Wie viele Leute werden denn da kommen?
Die Polizei Lindau hat 1999 am Samstag Abend 10000 Besucher geschätzt und am Sonntag 12000, wobei es damals klirrend kalt war. Es ist davon auszugehen, dass bereits am Samstag über 1000 Hästräger kommen, die praktisch fast 2 Tage mit uns feiern. Außerdem hatte das letzte Landschaftstreffen auch im Nachhinein viel Lob erhalten, sodass wir davon ausgehen, dass wir diese Zahlen wieder erreichen.
Und trotzdem hat sich die Zunft jetzt noch entschieden, auch den Fasnachtsball im Lindaupark gleich noch mal zu veranstalten!?
Ja – allerdings schon 2 Wochen vor dem Landschaftstreffen am 20.1.! Die große Mehrheit der Mitglieder aber auch die Geschäftsleitung vom Lindaupark war einfach der Meinung, dass diese gelungene Veranstaltung dringend wiederholt werden muss. Es sind uns auch genug Punkte bekannt, wo wir noch besser werden können. Die Grundidee mit mehreren Etagen, Bars und Tanzflächen sowie Live-Musik und DJs wird bleiben. Auch ein interessantes Motto werden wir wieder umsetzen. Das Team, das hierfür bereits in den Vorbereitungen steckt, ist hoch motiviert und natürlich hoffen wir, dass das Publikum dann 2 Wochen später zum Landschaftstreffen noch mal in Fasnachts-Stimmung ist. Außerdem haben wir dafür am Fasnachtssonntag in Lindau keine Veranstaltung, sondern werden nur zu einer anderen Zunft auf einen Umzug fahren.
Ein Team steckt jetzt in den Vorbereitungen zum Fasnachtsball? Ist man denn als Narr das ganze Jahr aktiv?
Tatsächlich treffen sich die Moschtköpf‘, Binsengeister, Pflasterbuzen, Kornköffler und Laufnarren jeden Monat, der Fanfarenzug und die Tanzgruppe üben wöchentlich und die Teams, sowie Zunftregierung und Zunftrat (Gruppenvögte+Zunftregierung) treffen sich auch fast monatlich. Außerdem engagieren sich Mitglieder beim Stadtfest, dieses Jahr bei Seebrückenfliegen, beim Fischerstechen und bei diversen Veranstaltungen der Stadt Lindau und Pro Lindau, wo auch meist der Fanfarenzug spielt. Unser Narren-Baum-Team stellt den Maibaum in Reutin. Natürlich besuchen unsere Mitglieder das Asphaltstockschießen und das Armbrustschießen der Weißensberger Weihergeister und veranstalten selbst das „Narrenschießen“ am Schönbühl. Wir sind das ganze Jahr aktiv und nach über 50 Jahren aus Lindau sicher nicht mehr wegzudenken!
Das klingt anstrengend! Finden sich dafür immer noch genug Begeisterte?
Unsere Mitgliederzahlen sind seit Jahren insgesamt gleichbleibend bei ca. 350 Aktiven und ca. 300 Passiven – und das, obwohl die Zahl der Narrenvereine in unserer Region in den letzten Jahren deutlich zunahm. Durch die verschiedenen Maskengruppen und auch die verschiedenen Möglichkeiten, sich aktiv zu beteiligen, fühlen sich offenbar immer wieder Leute dazu ermuntert mitzumachen. Auch der eigene Nachwuchs verleiht uns Stärke. Wir haben Familien, von denen 3 Generationen im Umzug mitlaufen. Natürlich ist nicht jeder gleich aktiv und wir haben auch Mitglieder, die es beruflich bis nach Hamburg verschlagen hat. Trotzdem kommen immer wieder gerade aus der Basis neue Aktivitäten. Unsere Tanzgruppe z.B., die bisher immer auf die Fasnacht hin einige Wochen geprobt hat und dann auf Fasnachtsbällen in der Region aufgetreten ist, hat sich jetzt entschieden, dass einige Mitglieder ganzjährig in der Tanzschule Schnell trainieren und z.B. auch am Stadtfest-Stand der Moschtköpf‘ auftreten.
Zurück zum Landschaftstreffen. Ist denn hierzu alles vorbereitet?
Nein, das geht auch gar nicht. Wir freuen uns über alles, was erledigt ist, aber nicht jede Firma, die wir gerne als Sponsor-Partner hätten, hat schon ein Budget für 2007. Auch Sendeanstalten planen heute kurzfristiger als früher. Bis zu den Sommerferien sollte allerdings das meiste geklärt sein.
Was wünschen Sie sich von der Lindauer Bevölkerung?
Dass alle mitmachen und genießen, was wir für Lindau und unsere Region organisieren und veranstalten! Der schönste Lohn für unsere Arbeit ist, wenn viele Menschen glückselig zusammen Fasnacht feiern!
Informationen gibt es auch über unsere Homepages www.narrenzunft-lindau.de und www.landschafttreffen-2007.de









